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Teilverkauf Haus: Kapital freisetzen und wohnen bleiben?

Der Immobilien-Teilverkauf verspricht schnelles Kapital ohne Auszug. Doch lohnt sich das Modell wirklich? Eine ehrliche Analyse mit allen Vor- und Nachteilen.

Der Teilverkauf von Immobilien wird intensiv beworben: "Kapital freisetzen und wohnen bleiben" klingt verlockend, besonders für Senioren. Doch die Verbraucherzentralen warnen vor versteckten Kosten und ungünstigen Konditionen. Dieser Ratgeber erklärt, wie der Teilverkauf funktioniert und ob er sich für Sie lohnt.

1. So funktioniert der Immobilien-Teilverkauf

Beim Teilverkauf verkaufen Sie einen prozentualen Anteil Ihrer Immobilie (meist 10-50%) an einen spezialisierten Anbieter. Sie erhalten sofort Kapital, behalten aber ein lebenslanges Wohnrecht.

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Immobilienbewertung

Der Anbieter bewertet Ihre Immobilie. Oft liegt die Bewertung unter dem tatsächlichen Marktwert.

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Anteilsverkauf

Sie verkaufen z.B. 30% Ihrer Immobilie und erhalten den entsprechenden Betrag ausgezahlt.

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Nießbrauchrecht

Sie erhalten ein im Grundbuch eingetragenes Nießbrauchrecht für lebenslanges Wohnen.

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Monatliches Nutzungsentgelt

Sie zahlen eine monatliche "Miete" an den neuen Miteigentümer - typischerweise 4-6% p.a.

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Späterer Gesamtverkauf

Bei Auszug oder Verkauf wird die Immobilie verwertet. Erlös wird nach Anteilen aufgeteilt.

Rechenbeispiel

Immobilienwert: 500.000€
Verkaufter Anteil: 30%
Auszahlung: 150.000€
Nutzungsentgelt (5%): 7.500€/Jahr = 625€/Monat

Nießbrauch vs. Wohnrecht

Nießbrauch: Sie dürfen die Immobilie auch vermieten. Wohnrecht: Nur Eigennutzung erlaubt. Die meisten Anbieter gewähren Nießbrauch.

Grundbucheintragung

Der Teilkäufer wird als Miteigentümer eingetragen. Ihr Nießbrauchrecht wird ebenfalls eingetragen und schützt Ihr Wohnrecht.

2. Kosten und Gebühren beim Teilverkauf

Die wahren Kosten des Teilverkaufs werden in der Werbung oft verschleiert. Neben dem offensichtlichen Nutzungsentgelt gibt es weitere Gebühren, die ins Geld gehen.

Alle Kosten im Überblick

KostenartTypische HöheHinweis
Nutzungsentgelt4-6% p.a. des AuszahlungsbetragsMonatliche Zahlung, oft indexiert
Abwicklungsentgelt3-7% bei GesamtverkaufWird bei Verkauf fällig
Instandhaltungskosten100% beim BewohnerSie tragen alle Kosten allein
WertsteigerungAnteilig verloren30% verkauft = 30% der Wertsteigerung weg
MindestlaufzeitOft 10 JahreVorzeitiger Rückkauf teuer

Verbraucherzentrale warnt

Die Verbraucherzentralen kritisieren den Teilverkauf als teures Modell mit versteckten Kosten. Das Nutzungsentgelt liegt oft deutlich über vergleichbaren Mietkosten, und bei der Verwertung fallen weitere Gebühren an.

Beispiel: 10 Jahre Teilverkauf

Auszahlung: 100.000€
Nutzungsentgelt (5%): 50.000€
Abwicklung (5%): 5.000€
Gesamtkosten: 55.000€

Vergleich: Kredit

Kredit 100.000€ (4% Zins):
Zinsen über 10 Jahre: ca. 22.000€
Ersparnis vs. Teilverkauf: 33.000€

3. Vor- und Nachteile des Teilverkaufs

Eine ehrliche Analyse zeigt: Der Teilverkauf hat einige Vorteile, aber die Nachteile überwiegen in den meisten Fällen.

Vorteile

  • Sofortige Liquidität ohne Auszug
  • Lebenslanges Wohnrecht (Nießbrauch)
  • Keine monatliche Tilgung wie bei Kredit
  • Auch bei schlechter Bonität möglich
  • Kein Umzugsstress im Alter
  • Flexible Verwendung des Kapitals

Nachteile

  • Hohe laufende Kosten (Nutzungsentgelt)
  • Wertsteigerungen gehen anteilig verloren
  • Abwicklungsgebühren bei Verkauf
  • Instandhaltung bleibt 100% beim Bewohner
  • Komplexe, oft nachteilige Verträge
  • Erben erhalten weniger
  • Rückkauf oft teuer oder unmöglich
  • Bewertung oft unter Marktwert

Für wen geeignet?

Der Teilverkauf kann sinnvoll sein für: Senioren ohne Erben, die keine Kreditwürdigkeit haben und dringend Kapital benötigen. In allen anderen Fällen gibt es meist bessere Alternativen.

Nicht geeignet für:

Wenn Sie Erben haben, die das Haus behalten sollen. Wenn Sie kreditwürdig sind. Wenn Sie langfristig planen. Wenn Ihnen Wertsteigerung wichtig ist.

4. Teilverkauf-Anbieter im Vergleich

Der Markt für Immobilien-Teilverkauf ist stark gewachsen. Die größten Anbieter unterscheiden sich in Details wie Nutzungsentgelt und Gebühren.

Bekannte Anbieter (Stand 2025)

AnbieterNutzungsentgeltBesonderheiten
Wertfaktorca. 4-5% p.a.Einer der größten Anbieter
Deutsche Teilkaufca. 4-5% p.a.Fokus auf Transparenz
Engel & Völkers LiquidHomeca. 4-5% p.a.Bekannte Maklermarke
Heimkapitalca. 5% p.a.Verschiedene Modelle

Konditionen ändern sich. Holen Sie aktuelle Angebote ein und vergleichen Sie sorgfältig.

Checkliste: Darauf bei Anbietern achten

  • Höhe des Nutzungsentgelts und Indexierung
  • Abwicklungs-/Durchführungsentgelt bei Verkauf
  • Mindestlaufzeit und Rückkaufkonditionen
  • Wer trägt Instandhaltungskosten?
  • Wie wird die Immobilie bewertet?
  • Was passiert bei Pflegebedürftigkeit?
  • Vertragsbedingungen bei vorzeitigem Verkauf

Wichtig: Unabhängige Beratung

Lassen Sie sich nicht vom Anbieter beraten - der hat ein Eigeninteresse. Holen Sie sich unabhängige Beratung von Verbraucherzentrale, Anwalt oder unabhängigem Finanzberater.

5. Alternativen zum Teilverkauf

Bevor Sie sich für einen Teilverkauf entscheiden, prüfen Sie diese Alternativen - sie sind oft günstiger und flexibler.

Leibrente

Sie verkaufen die gesamte Immobilie gegen lebenslanges Wohnrecht plus monatliche Rente. Kein Nutzungsentgelt, keine Instandhaltung. Gut für Senioren ohne Erben.

Umkehrhypothek

Ein Kredit, der erst bei Verkauf/Tod zurückgezahlt wird. Sie bleiben Eigentümer und profitieren von Wertsteigerungen. In Deutschland noch wenig verbreitet.

Klassischer Kredit

Bei guter Bonität oft die günstigste Lösung. Auch Senioren bekommen Kredite - mit der Immobilie als Sicherheit.

Verkauf mit Wohnrecht

Vollständiger Verkauf mit eingetragenem Wohnrecht. Höherer Einmalerlös, keine laufenden Kosten. Ideal wenn kein Erbe vorgesehen.

Verkauf und Mieten

Verkaufen und in der alten Wohnung als Mieter bleiben (Sale-and-Lease-Back). Voller Verkaufserlös, aber Mietkosten.

Vollständiger Verkauf

Verkaufen und in eine kleinere Immobilie umziehen. Höchste Kapitalsumme, volle Flexibilität, keine Abhängigkeit von Anbietern.

Unsere Empfehlung

Prüfen Sie zuerst, ob ein klassischer Kredit möglich ist - er ist fast immer günstiger als ein Teilverkauf. Wenn Sie keinen Kredit bekommen und im Haus bleiben wollen, kann die Leibrente eine bessere Alternative sein.

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6. Fazit: Lohnt sich der Teilverkauf?

Der Immobilien-Teilverkauf ist ein teures Modell mit versteckten Kosten. In den meisten Fällen gibt es günstigere Alternativen.

Teilverkauf kann sinnvoll sein wenn:

  • Sie keine Kreditwürdigkeit haben
  • Sie keine Erben haben/einplanen
  • Sie unbedingt im Haus bleiben wollen
  • Sie dringend Kapital benötigen
  • Alternative Modelle nicht verfügbar sind

Teilverkauf ist keine gute Wahl wenn:

  • Sie Erben haben, die das Haus behalten sollen
  • Sie kreditwürdig sind
  • Sie von Wertsteigerungen profitieren wollen
  • Sie langfristig planen (10+ Jahre)
  • Sie Alternativen nicht geprüft haben

Unser Rat

Bevor Sie einen Teilverkauf in Betracht ziehen, lassen Sie Ihre Immobilie unabhängig bewerten und prüfen Sie alle Alternativen. Ein vollständiger Verkauf zu einem guten Preis ist oft die wirtschaftlich beste Lösung.

Häufige Fragen zum Teilverkauf

Was ist ein Teilverkauf einer Immobilie?

Beim Teilverkauf verkaufen Sie einen Teil Ihres Hauses (meist 10-50%) an einen Anbieter und erhalten dafür sofort Kapital. Sie behalten ein Nießbrauchrecht und wohnen weiterhin in Ihrer Immobilie. Dafür zahlen Sie ein monatliches Nutzungsentgelt an den neuen Miteigentümer.

Wie hoch ist das Nutzungsentgelt beim Teilverkauf?

Das monatliche Nutzungsentgelt liegt typischerweise bei 4-6% des Auszahlungsbetrags pro Jahr. Bei einer Auszahlung von 100.000€ wären das 4.000-6.000€ pro Jahr oder 333-500€ monatlich.

Lohnt sich ein Teilverkauf?

Ein Teilverkauf kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, hat aber erhebliche Nachteile: hohe laufende Kosten, Wertsteigerungen gehen anteilig verloren, komplexe Verträge. Alternativen wie Leibrente, Kredit oder vollständiger Verkauf sind oft günstiger.

Was passiert mit der Wertsteigerung beim Teilverkauf?

Wertsteigerungen werden anteilig aufgeteilt. Haben Sie 40% verkauft, gehen 40% der Wertsteigerung an den Teilkäufer. Bei einem späteren Gesamtverkauf erhalten Sie nur 60% des gestiegenen Wertes.

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